Pflegeleitbild
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Pflegeleitbild

Die Aufgabe der eigenen Wohnung, des gewohnten Lebensumfeldes und der Einzug in ein Heim bedeuten einen fundamentalen Einschnitt im Leben eines Menschen, der oft mit Trauer und Schmerz verbunden ist. Es  beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der nur in Verbindung mit der bisherigen Lebensgeschichte zu verstehen, zu bewältigen und individuell zu gestalten ist.

1.   Pflege in unserem Haus ist daher biographisch orientiert.

Sie versucht den Menschen aus seiner Lebensgeschichte (Biographie) heraus zu verstehen und orientiert sich am Individuum (individuelle Pflege)

Jeder Mensch hat seine eigene Lebens- und Sozialisationsgeschichte, in der er seine Denk- und Verhaltensmuster, sowie seine Gewohnheiten und seine Persönlichkeit  ausgeprägt hat, die auch im Alter sein Tun und sein Verhalten bestimmen.

Pflege respektiert dieses lebensgeschichtliche Fundament, indem sie sich am Individuum orientiert und mit Respekt und Würde versucht, die Lebensgewohnheiten in der Planung, Zielsetzung und Durchführung der Pflege zu berücksichtigen.

2.  Unser Menschenbild orientiert sich am Humanismus und betrachtet den ganzen Menschen mit Körper, Seele und Geist (ganzheitliche Pflege)

Alt werden ist keine Krankheit sondern ein Entwicklungsprozess der Körper, Seele und Geist gleichermaßen betrifft. Pflege konzentriert sich daher nicht nur an den körperlichen Defiziten, sondern bezieht die gesunden Anteile , Fähigkeiten und Bedürfnisse der Bewohner/Innen mit ein und betrachtet die Wechselwirkung der Pflegebedürftigkeit auf Körper, Seele, Geist und Umwelt.

Das Angewiesenensein auf fremde Hilfe wird von jedem Menschen unterschiedlich erlebt und verarbeitet und deshalb setzt auch der/die Bewohner/in die Grenzen des Hilfebedarfs auch bei zunehmenden Abbau der kognitiven Fähigkeiten.

3. Pflegebedarf , Zielsetzung und Durchführung werden nicht intuitiv und planlos gehandhabt, sondern basieren auf einem pflegewissenschaftlichen Modell (Monika Krohwinkel- aktivierend- fördernde Prozesspflege)

Dieses Modell geht davon aus, dass jeder Mensch Grundbedürfnisse hat, die er selbst befriedigen würde, wenn er über die nötige Kraft, das Wissen und den Willen verfügen würde.
Im Alter können oft einzelne Bedürfnisse nicht mehr ohne fremde Hilfe oder Anleitung selbständig erledigt werden.
Pflege bietet daher Unterstützung, Anleitung und Beaufsichtigung in folgenden Aktivitäten des Lebens an:

Die Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens nach Monika Krohwinkel

1.     Kommunizieren
2.     Sich bewegen
3.     Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten
4.     Sich pflegen
5.     Essen und Trinken
6.     Ausscheiden
7.     Sich Kleiden
8.     Ruhen und schlafen
9.     Sich beschäftigen
10.   Sich als Mann oder Frau fühlen
11.   Für eine sichere  Umgebung sorgen
12.   Soziale Bereiche des Lebens sichern
13.   Mit existentiellen Erfahrungen (Tod, Trauer, Schmerz) umgehen können

4. Pflege ist zielorientiert

Pflege hat die Aktivierung, Förderung, Erhaltung und wenn möglich Wiedererlangung von Selbstpflege-fähigkeiten zum Ziel.

Pflege orientiert sich an dem Leitsatz:

„ So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Pflege wie nötig.“

Zu viel Pflege fördert die Pflegebedürftigkeit und somit die Abhängigkeit und daher ist unser oberstes Ziel, die Selbständigkeit der Bewohner/Innen zu erhalten.

5. Pflege ist ein zwischenmenschlicher Prozess zwischen einer Person, die Hilfe braucht und einer Person, die Hilfe leisten kann und will.

Vertrauen, Zufriedenheit, eine motivierende Atmosphäre und das Gefühl von Sicherheit können nur durch kontinuierliche persönliche Begegnung entstehen. Wir tragen diesem Aspekt Rechnung, indem unsere Pflegekräfte primär in den gleichen Wohnbereichen arbeiten und die gleichen Bewohner/Innen versorgen.

6. Kooperation mit anderen Berufsgruppen und Abgrenzung der Verantwortung

Bei der Erfüllung der pflegerischen Aufgaben arbeiten wir mit anderen Berufsgruppen (Ärzten, Krankengymnasten, Apothekern, Sanitätshäusern u.s.w.) zusammen und verfolgen das Ziel, die Gesundheit, Unabhängigkeit und das Wohlbefinden von behandlungsbedürftigen Menschen zu fördern.

Pflege übernimmt die Verantwortung für die Durchführung der Pflege, für die Pflegedokumentation und die Pflegeorganisation.
In der medizinischen Diagnostik und Therapie hat der Arzt die Entscheidungs- und Behandlungsverantwortung. Die Aufgaben der Pflege beschränken sich auf die Mitarbeit bei Diagnostik im Rahmen der Krankenbeobachtung und bei der Durchführung festgelegter therapeutischer Maßnahmen.